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das kollektiv

Das Kollektiv Luftlinie ist ein Kollektiv, das sich künstlerisch und politisch engagiert und Projekte lanciert, die die Leute zum Nachdenken anregen sollen.

kontakt: luftlinie@gmx.ch

ananasasyl

Das aktuelle Projekt nennt sich «Ananasasyl». Wir haben Früchte- und Gemüse-Aufkleber gestaltet mit der Aufschrift «Asyl gewährt», die wir in verschiedenen Lebensmittelgeschäften auf ausländisches Gemüse und ausländische Früchte kleben. Das Ziel ist, die Käufer auf das Thema aufmerksam zu machen. Warum wollen wir exotische Früchte, ausländisches Gemüse, während wir Menschen aus dem Ausland ausweisen, nicht in unserem Land wollen? Wir wollen nicht mit dem moralischen Zeigefinger auftreten, sondern auf eine subtile Art zum Denken anregen. Unser Anliegen ist es, die Leute mit einem Augenzwinkern zu sensibilisieren und nicht etwa, sie vom Kauf abzuhalten.









dorothee elmiger für das kollektiv luftinie


Ausweiskontrollen beziehen sich auf Personen, Zollkontrollen auf Waren. Verwechseln das nicht viele Reisende?, wird der Oberzolldirektor gefragt, und dieser antwortet, in der Schweiz sei das schwierig auseinanderzuhalten, denn hier führten die gleichen Personen, Grenzwächter in der Regel, beides durch. Da kommt also eine Lieferung Tomaten oder Bananen, einschliesslich Mehlbananen, frisch oder getrocknet daher, da kommt eine Lieferung Datteln, Feigen, Ananas, Avocadobirnen, Guaven, Mangofrüchte und Mangostanen, frisch oder getrocknet daher, Orangen, süss oder bitter, Zitronen (Citrus limon, Citrus limonum) oder Limetten (Citrus aurantifolia, Citrus latifolia), irgendeine Lieferung in Kisten, Körben, Gittern, Plateaux usw. mit befestigtem Deckel oder mit anderem befestigten Abdeckmaterial et voilà: die Passage wird ihnen gewährt (die Zollansätze entnehmen Sie bitte der Tarifübersicht), et voilà: hier liegen sie schon vor uns. Wir, so schreibt der Importeur, besorgen Ihren Bedarf in allen fünf Kontinenten. Die Tomaten, zum Beispiel, hat einer unter jenen weissen südspanischen Plastikplanen gepflückt, die Sie aus der Zeitung kennen, und die übrigens gar nicht so weit entfernt von hier aufgespannt sind (Schauen Sie sich die Stadt Almería einmal aus der Luft an, im Internet, spazieren Sie virtuell der Calle Nápoles entlang), dieser Pflücker hat zum Beispiel zuvor die Fahrt übers Mittelmeer unternommen und gut möglich, dass er irgendwann weiter reist, und schliesslich, falls die Reise nicht früher schon endet, empfangen wird von den gleichen Personen, den Grenzwächtern, die hier schon die Tomaten in Empfang genommen haben, die auch schon, Sie wissen es, den Kaffeebohnen aus Äthiopien zum Beispiel, den Kakaobohnen aus Nigeria (Trotz der Auslandabhängigkeit ist die Schweizer Schokoladekompetenz hoch!) den Grenzübertritt gestattet haben. Gut möglich, dass dieser Pflücker, zum Beispiel, die schlechteren Karten hat, ins Land zu gelangen, als die Tomaten, gut möglich, dass er gerade noch sieht, wie eine neue Lieferung aus Almería eintrifft, während die Grenzwächter seinen Ausweis verlangen.





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